Namibia-Vortrag lockt interessierte Zuhörer

Die Jägerschaft Gifhorn hat ins Jagdmuseum Wulff in Oerrel eingeladen zu einem Vortrag mit dem Titel „Abenteuer Namibia – Bewirtschaftung einer Farm“. Das Angebot richtete sich an Familien und Kinder auch ohne jagdlichen Hintergrund. Motivation für die Wahl des Veranstaltungsortes ist der Wunsch, das Jagdmuseum zu unterstützen und wieder mehr in das Bewusstsein potentieller Besucher zu rücken. Die Veranstaltung wurde ergänzt durch einen Infostand des Otterzentrums Hankensbüttel sowie durch die Landfrauen Oerrel. Marion Klopp, die Vorsitzende der Jägerschaft, begrüßte die Besucher. Friedrich Kluth, Geschäftsführer des Jagdmuseums, bot vor dem Vortrag eine Führung durchs Museum an.

Der Referent Wolfgang Stöter berichtete anhand zahlreicher Bilder von seinen Aufenthalten in Namibia. Auf den Farmen leben Rinder, Ziegen, Schafe, Pferde und Esel sowie Federvieh. Die Farmbewirtschaftung ist sehr vielfältig: neben der Vermehrung und Verwertung der Nutztiere muss auch die Infrastruktur kontrolliert und instandgesetzt werden. Dazu gehören Wege und Tore, Zäune an der Farmgrenze sowie Wasserstellen und Kabel. Auch die Suche nach Fallen und Schlingen von Wilderern und das Bergen von verendeten Stücken Nutz- und Wildtieren ist Teil des Arbeitsalltags.

Besonders anschaulich wurde die Koexistenz von Nutztieren und Wildtieren: Zebras oder Antilopen gesellen sich gerne zu den Nutztierherden. Dadurch profitieren sie vom Futterangebot und dem Schutz vor Raubtieren. Allerdings ergibt sich auch eine Gefahr für die Nutztiere aufgrund von übertragbaren Krankheiten. Durch die Größe einer Farm und die schlechten Wege sind der Wildhüter und seine Mitarbeiter gelegentlich mehrere Tage unterwegs und campieren auf der Farm, bis die entsprechenden Arbeiten ausgeführt sind.

Neben den Tieren und der Infrastruktur ist der Farmer auch für die einheimischen Mitarbeiter und seine Kinder verantwortlich. Da es für Geld im direkten Umfeld nichts zu kaufen gibt, gehört dazu auch die Versorgung mit Lebensmitteln sowie der Transport der Kinder zur Schule. Aufgrund der großen Distanzen kommen die Kinder teilweise nur wochenweise oder monatsweise von den Schulinternaten nach Hause.

Passend zu den zahlreichen Bildern konnten die Besucher die verschiedenen Wildtiere in echter Lebensgröße direkt in der Afrikahalle des Museums bestaunen. So wurde das Erzählte besonders anschaulich und lebendig für die Kinder.

Die Jägerschaft lädt wieder ins Jagdmuseum ein am 08. Juli zu einem Vortrag mit dem Titel „Rotwild – Hege und Jagd in der Göhrde sowie Einfluss des Wolfes auf den Bestand“ mit dem Leiter des Forstamtes Göhrde, Dr. Uwe Barge, als Referent.

16.06.2022, mr

Nu­tria – ver­kann­te De­li­ka­tes­se?

Die Weltnaturschutzunion (IUCN) zählt die Nutria zu den 100 weltweit besonders problematischen invasiven Arten. Hierzulande lassen sich die Tiere relativ leicht mit gewässernahen Fallen fangen. Foto: Mittank
 
Samstag7. Mai 2022Isenhagener Kreisblatt
 

Nutrias wurden einst wegen ihres Pelzes nach Deutschland auf Farmen geholt. Mittlerweile hat sich die aus Südamerika stammende Tierart über das gesamte Bundesgebiet ausgebreitet. Gut 100 000 der Nager wurden zuletzt innerhalb eines Jahres von Jägern erlegt. Eine kulinarische Verwertung bleibt allerdings meist aus.

„Die Be­ja­gung die­ser in­va­si­ven ge­biets­frem­den Tier­art ist lei­der un­um­gäng­lich, da sie wei­test­ge­hend der Scha­dens­ab­wehr dient“, teil­te jüngst ein Spre­cher des Lan­des­jagd­ver­ban­des mit. Denn durch ihre un­ter­ir­di­schen Gänge be­schä­dig­ten die Nager Was­ser­schutz­däm­me und ver­nich­te­ten weite Teile von Schilf­gür­teln. Auch so man­che land­wirt­schaft­li­che Frucht wie etwa Mais und Rüben wird nicht ver­schmäht.

Dabei müss­ten die er­leg­ten Ka­da­ver nach An­sicht des Lan­des­jagd­ver­ban­des kei­nes­wegs un­ge­nutzt weg­ge­wor­fen wer­den. Das Fell der Tiere, die auch als Sumpf­bi­ber oder Bi­ber­rat­te be­zeich­net wer­den, eigne sich mit bis zu 17 500 Haa­ren pro Qua­drat­zen­ti­me­ter zur Ver­ar­bei­tung als Pelz. Das ge­schmol­ze­ne Fett werde man­cher­orts bei der Lin­de­rung von Bron­chitis­sym­pto­men oder einer Lun­gen­ent­zün­dung ein­ge­setzt. Auch das Fleisch gelte in vie­len Län­dern der Welt als De­li­ka­tes­se.

Ge­schmack „zwi­schen Span­fer­kel und Ka­nin­chen“

Dass die ku­li­na­ri­schen Vor­zü­ge des zar­ten und laut Ken­nern „an eine Mi­schung aus Span­fer­kel und Ka­nin­chen“ er­in­nern­den Nu­triaf­lei­sches in Deutsch­land bis­her wenig zur Gel­tung kamen, liegt laut Jagd­ver­band auch an dem ge­rin­gen Be­kannt­heits­grad der Tiere. Au­ßer­dem mute mög­li­cher­wei­se das Er­schei­nungs­bild der Nager oft un­ap­pe­tit­lich an. „Die gro­ßen oran­gen Zähne und der lange nack­te Schwanz äh­neln ja doch eher einer Ratte, wel­che man nicht mit einem wert­vol­len Nah­rungs­mit­tel in Ver­bin­dung brin­gen würde“, heißt es sei­tens des Jagd­ver­ban­des.

Hor­ren­de Prei­se

Unter Fein­schme­ckern und Fleischlieb­ha­bern, die das Neue und Au­ßer­ge­wöhn­li­che su­chen, soll Nu­triaf­leisch der­weil einen klei­nen Boom er­le­ben. Viel­leicht lässt sich damit auch der hor­ren­de Preis von rund 50 Euro pro Kilo er­klä­ren, für den das Fleisch von einer Metz­ge­rei aus Chem­nitz in ihrem On­line­shop der­zeit an­ge­bo­ten wird. Bei Schlacht­ge­wich­ten zwi­schen drei und fünf Kilo kom­men so 150 bis 250 Euro für den Sonn­tags­bra­ten zu­sam­men. Deut­lich güns­ti­ger soll­te es da beim Jäger aus der Re­gi­on wer­den.

Ein Um­stand, der auch viele Weid­män­ner und -frau­en davon ab­ge­hal­ten hatte, die Nager zu pro­bie­ren, lag darin, dass bei Nu­tri­as – eben­so wie bei Haus- und Wild­schwei­nen – vor der Ver­ar­bei­tung zum Le­bens­mit­tel eine Un­ter­su­chung auf Tri­chi­nen ge­setz­lich vor­ge­schrie­ben war. Nach einer Ein­schät­zung des Bun­des­in­sti­tuts für Ri­si­ko­be­wer­tung (BfR) ist die Un­ter­su­chungs­pflicht auf­grund der rein pflanz­li­chen Er­näh­rung der Tiere seit Mitte 2020 nicht mehr nötig.

Der Ur­sprung der deut­schen Nu­tri­as

Nu­tri­as, die mit Aus­nah­me des Schwan­zes dem Biber äh­neln, stam­men aus Süd­ame­ri­ka und wur­den laut Deut­schem Jagd­ver­band (DJV) be­reits ab dem Jahr 1880 in Deutsch­land wegen ihres Flei­sches und ihres Fells in Far­men ge­hal­ten. In der ehe­ma­li­gen DDR er­leb­te die Nu­tria­zucht ab den 1960er Jah­ren einen Boom. Die Felle wur­den häu­fig gegen De­vi­sen ins Aus­land ver­kauft, das Fleisch kam auf die hei­mi­schen Tel­ler. Mit der Wende kam im Zuge eines Nach­fra­ge­ein­bruchs für die meis­ten Far­men das Aus. Nicht sel­ten wur­den die Tiere ein­fach frei­ge­las­sen. Ent­kom­me­ne Tiere grün­de­ten ei­ge­ne Po­pu­la­tio­nen und be­sie­del­ten Flüs­se, Seen und Tei­che. Die Zahl der jähr­lich er­leg­ten Tiere ist ein An­zei­chen dafür, dass sich die Nager stark aus­brei­ten. So wur­den in der Jagd­sai­son von April 2020 bis März 2021 bun­des­weit 101 108 Nu­tri­as er­legt – das waren laut DJV 57 Mal mehr Tiere als noch vor 20 Jah­ren. Die zu­letzt meist mil­den Win­ter kom­men der Tier­art sehr ent­ge­gen.

Fallenzuschuss auch im Jahr 2022

Die Obfrau der Jägerschaft für Prädatorenmanagement Marion Klopp informiert: die Förderung des Landkreises Gifhorn zur Anschaffung von Lebendfallen zur Bejagung von Neozoen ist auch im Jahr 2022 möglich. Pro Falle wird ein Zuschuss von bis zu 250 Euro gewährt, sofern die Voraussetzung entsprechend dem angehängten Dokument erfüllt sind. Die Abwicklung erfolgt über die Hegeringe.

Weitere Informationen können Sie dem folgenden Dokument entnehmen: Förderkriterien

Dirk Meinecke neuer Obmann für Naturschutz

Dirk Meinecke aus Wittingen ist seit Januar 2022 der neue Obmann für Naturschutz der Jägerschaft Gifhorn.

Er übernahm das Amt von seinem Vorgänger Wilhelm Bindig. Dieser hatte die Funktion seit 01.03.2008 ausgeübt. In 13 Jahren begleitete er zahlreiche Naturschutzprojekte in den unterschiedlichen Hegeringen des Landkreises Gifhorn. Ernst-Dieter Meinecke, der Vorsitzende der Jägerschaft Gifhorn, bedankte sich bei Wilhelm Bindig für das Engagement und die gute Zusammenarbeit. Dem Nachfolger wünschte er viel Erfolg. Er freut sich auf die neuen Projekte.

Aufgrund der aktuellen Corona-Lage konnte die Übergabe nicht im Rahmen der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft stattfinden.

10.01.2022, mr

Fallenjagd-Seminare: jetzt anmelden

Die Anmeldung zu den Fallenjagd-Seminaren 2022 ist ab sofort online möglich.

Die Seminare werden wie gewohnt von Marion Klopp, der Prädatorenbeauftragten der Jägerschaft, durchgeführt. Es handelt sich um den Sachkundenachweis, welcher zur Ausübung der Fallenjagd vorgeschrieben ist.

In 16 Unterrichtseinheiten an zwei Tagen werden die folgenden Inhalte vermittelt:

  • Einfluss des Raubwilds auf das Niederwild
  • Notwendigkeit und Effektivität der Fallenjagd
  • Fallenarten, Totschlag- und Lebendfallen
  • Reviergestaltung, Einbau von Fallen
  • Praxis am Fallenlehrpfad

Die Termine sind:

26./27. Februar 2022 | 14./15. Mai 2022 | 16./17. Juli 2022

Als Ergänzung zum Fallenjagd-Seminar werden die Seminare „Praktische Tipps zur Fallenjagd“ sowie „Niederwildhege“ empfohlen, jeweils mit Reviergang (Termine folgen).

07.01.2022, mr

Landesjagdbericht 2020/2021 veröffentlicht

In der vergangenen Woche wurde der Landesjagdbericht 2020/2021 veröffentlicht. Diesen können Sie hier runterladen:

https://www.ljn.de/fileadmin/dateien/ljn.de/News/21_11_LJB__2020_2021_Web.pdf

Eine Druckversion kann von den Hegeringleitern bezogen werden.

Hier eine Kurzzusammenfassung zum Landesjagdbericht mit Fokus auf den Kreis Gifhorn:

Rotwild: Die Anzahl erlegter Stücke in Niedersachsen steigt nach 5 Jahren Rückgang leicht an. GF hat einen Anteil mit über 400 Stück beigetragen und hat damit einen stabilen Rotwildbestand.

Damwild: Die Anzahl erlegter Stücke Damwild steigt seit mehreren Jahren in Folge. Gifhorn ist mit 279 (2019/20: 275) Stücken beteiligt.

Muffelwild: Der Bestand an Muffelwild nimmt seit den 1990er Jahren in Niedersachsen ab, im vergangenen Jahr etwas weniger stark. Im Kreis GF spielt Muffelwild keine wesentliche Rolle.

Rehwild ist in allen Revieren in Niedersachsen vertreten. Die Anzahl erlegter Stücke ist in den letzten Jahren im Mittel eher konstant. GF ist wieder mit über 6000 Stück beteiligt.

Schwarzwild: Nach einem Anstieg der Anzahl erlegter Stücke im letzten Jahr wurden im aktuellen Auswertezeitraum landesweit weniger Stücke erlegt. Auch in GF ging die Strecke mit ca. 3200 Stück (2019/20: über 4000) deutlich zurück – eine Abnahme von ca. 20%.

Feldhase: Durch das Monitoring ist bekannt, dass der Hasenbesatz gestiegen ist. Die Anzahl erlegter Feldhasen ist in Niedersachsen allerdings zurück gegangen. In GF wurden 444 Stück (2019/20: über 650) erlegt.

Wildkaninchen: Der Besatz in Niedersachsen hat sich auf einem sehr niedrigen Niveau stabilisiert. In GF wurden 52 Stück (2019/20: 85) erlegt.

Rebhuhn: Auf die Bejagung des Rebhuhns wird auf freiwilliger Basis in Niedersachsen verzichtet. In GF wurden 22 Stück (2019/20: weniger als 20) erlegt, inkl. Fallwild/Unfallwild.

Fasan: Der Besatz in Niedersachsen ist stabil. GF hat 46 Stück (2019/20 ca. 100) beigetragen.

Fuchs: Mit 1657 erlegten Stück (2019/20: 1900) hat GF einen guten Anteil der insgesamt ca. 61t (2019/20: 65t) erlegten Füchse in Niedersachsen. Der Bestand ist auf einem hohen Niveau seit Jahren im Mittel konstant stabil.

Dachs: Die Anzahl erlegter Dachse wurde in den letzten 10 Jahren verdoppelt. GF kann im Vergleich zu den anderen Landkreisen mit 500 Stück (2019/20: über 570) die zweithöchste Dachsstrecke landesweit aufweisen und trägt damit ca. 5% zu den insgesamt 10t erlegten Dachsen bei. Dies ist ein Anstieg von über 5% gegenüber dem Vorjahr.

Stockente: Die Anzahl erlegter Stockenten ist seit Jahren rückläufig. Im Landkreis GF wurden 773 Stück erlegt.

Krickente: Nach einem starken Rückgang der Anzahl erlegter Krickenten hat sich der Bestand stabilisiert. In Niedersachsen kommen die Krickenten im Schwerpunkt im nord-westlichen Bereich vor. In GF wurden 31 Stück erlegt.

Pfeifenten: Mit landesweit 729 erlegten Exemplaren ist die Pfeifente eine eher seltene Art. In GF wurden keine Pfeifenten erlegt.

Marderhund: Die Neozoen-Art ist im Kreis GF stark vertreten. Mit 327 Stück (2019/20: über 400) wurden im Kreisgebiet fast 10% der niedersächsischen Strecke erlegt. Der Bestand ist überproportional steigend, im Auswertezeitraum allerdings leicht zurück gegangen.

Waschbär: Mit 665 erlegten Stück (2019/20: 700) ist der Waschbär etabliert. Insgesamt mehr als 21t Stück in Niedersachsen bedeuten einen extremen Anstieg des Bestandes.

Nutria: Nachdem im letzten Jahr landesweit die meisten Nutria im Kreis GF erlegt wurden, hat sich der Schwerpunkt im Auswertezeitraum in Richtung Emsland und Osnabrück verschoben. Im Kreis GF wurden mit über 2164 Stück (2019/20: 3600) etwas weniger Exemplare erlegt. Insgesamt ist der Bestand in Niedersachsen steigend mit fast 45t (2019/20: 40t) erlegten Stück.

Als ganzjährig geschonte Arten werden im Landesjagdbericht dargestellt der Graureiher, der Silberreiher sowie der Luchs.

Zusammenfassung: Unserer Reviere und das urbane Umfeld bieten dem Raubwild und den invasiven Arten einen guten Lebensraum, während die heimischen Niederwild-Arten unsere besondere Aufmerksamkeit und Hege benötigen. Der Bestand der Schalenwildarten ist stabil, mit Ausnahme des Muffelwildes.

Die Wildtiererfassung wird bereits seit 30 Jahren durchgeführt. Die Ergebnisse sind europaweit als valide anerkannt und eine Unterstützung für die Argumente der Jäger. Im Kreis GF sind ca. 85% der Reviere beteiligt. Damit liegt GF im landesweiten Vergleich im Mittelfeld. Die Datenerhebung durch die Jäger ist sehr wichtig – vielen Dank auch für Ihren individuellen Beitrag!

30.11.2021, mr

Motorsägen-Kurs erfolgreich abgehalten

Am vergangenen Wochenende konnten 13 Teilnehmer den Motorsägenkurs erfolgreich absolvieren.

In einer ersten Einheit wurden die theoretischen Inhalten im Schulungsraum am Schießstand vermittelt. Als Referent konnte Harald Sälzer gewonnen werden. Mit seiner Erfahrung aus dem Profi-Bereich konnten zahlreiche Fragen diskutiert und beantwortet werden. Am zweiten Tag folgte dann der Praxisteil im Forstrevier. Jeder der Teilnehmer hatte die Gelegenheit, das gelernte praktisch unter Anleitung umzusetzen und anzuwenden.

Es hat allen Teilnehmern sehr viel Spaß gemacht. Der Kurs wird voraussichtlich auch im nächsten Jahr wieder angeboten.

 

mr, 17.10.2021

Stellungnahme zum geplanten Kunstrasenplatz in Hillerse

GEMEINSAMES Diskussionspapier, 22. August 2021

ASV Hillerse, Hegering Hillerse und NABU Kreisverbandes Gifhorn nehmen zum geplanten Kunstrasenplatz in Hillerse erneut Stellung.

Die Anlage eines Kunstrasenplatzes (KRP) ist gegenüber einer Anlage eines Naturrasenplatzes äußerst hochpreisig, die dauerhafte Pflege des KRP ist kostenintensiv und aufwändig, die Aufnahme und vor allem Entsorgung des abgenutzten Belagssystems ist heute preislich kaum kalkulierbar und dessen Neuanlage im Zuge einer Sanierung nach 10-15 Jahren ist ebenso kostspielig. Neben den ökologischen Aspekten könnte das Projekt eine langfristige Kostenfalle darstellen.

Im Folgenden sind Argumente und Fragen zusammengestellt, die aus Sicht der genannten Verbände nicht hinreichend berücksichtigt werden:

Diskussionspapier hier runterladen

 

Drei Beine – Ein Ziel

Isenhagener Kreisblatt, 03.08.2021

Tülaus Jäger stellen reflektierende Holzkonstrukte gegen Wildunfälle auf.

Tülau – Wildunfälle: Immer wieder kommt es auf den hiesigen Straßen an den Wald- und Feldzonen zu Unfällen. Oft spielt dabei nicht angepasste Geschwindigkeit eine Rolle, der Wechsel von Wildtieren wird unterschätzt. Nun haben Mitglieder der Jagdgemeinschaft Tülau-Fahrenhorst einige Unfallschwerpunkte in der Gemarkung Tülau gekennzeichnet, um die Verkehrsteilnehmer zu sensibilisieren.

Die meisten Unfälle passieren in den Abend- und frühen Morgenstunden, wobei Übergangsbereiche zwischen Wald- und Feldzonen besondere Gefahrenschwerpunkte darstellen – das berichtet der Deutsche Jagdverband. Besonders in den genannten Zonen sei mit regelmäßigem Wildwechsel zu rechnen, da die Tiere zur Äsung vom Wald auf die Felder ziehen und danach wieder den Schutz des Waldes aufsuchen. Gerade in diesen Bereich gibt es offizielle Warnschilder, auch in Tülau. Doch oft werden sie unterschätzt, wie Jens-Torben Trump von der Jagdgemeinschaft Tülau-Fahrenhorst berichtet.

Aus diesem Grund haben die Jäger nun zusätzliche Dreibeine aufgestellt. Dabei handelt es sich um reflektierende Holzkonstruktionen. Die Dreibeine werden an Stellen aufstellt, wo es in der Vergangenheit häufig zu Wildunfällen kam, erklärt Trump. Damit sollen Autofahrer auf Unfallschwerpunkte hingewiesen und zu einer angepassten Fahrweise animiert werden. „Es handelt sich nicht um Vermessungspunkte oder Markierungen für Ameisenhaufen“, verdeutlicht Trump die Verwechslungsgefahr. Für das Aufstellen der Holzkonstrukte bedarf es einer Genehmigung vom Landkreis Gifhorn.

„In den letzten drei Jahren kam es in der Gemarkung Tülau-Fahrenhorst durchschnittlich zu elf Wildunfällen pro Jahr mit Rehwild“, berichtet Trump. Rechnerisch ergab dies Sachschäden von 33000 Euro pro Jahr alleine in dieser Gemarkung. Über das Jahr gesehen ist laut Trump die Gefahr von Wildunfällen in den Monaten April und Mai und von Oktober bis Dezember am höchsten, aber auch zur derzeitigen Paarungszeit der Rehe (Ende Juli bis Anfang August) müssen Autofahrer mit erhöhter Vorsicht unterwegs sein. Trump verdeutlicht noch einmal das Risiko von Zusammenstößen mit Wild: „Bedenken sollte jeder Autofahrer, dass er bei den erlaubten 100 km/h einen Anhalteweg von 79,2 Meter hat, um sein Fahrzeug zum Stehen zu bekommen.“

Als Reaktion darauf wurden bereits vor mehreren Jahren blaue Wildwarnreflektoren an den Leitpfosten der Kreisstraßen angebracht. „Anfangs zeigten diese gute Erfolge“, sagt Trump. Allerdings seien Rehe, wie Menschen auch, Gewohnheitstiere, weshalb die Wirkung nach einigen Jahren nachließ. Eine Alternative zur Reduzierung der Wildunfälle sei zudem die verstärke Bejagung an den Strassen „Aus der Kombination der Maßnahmen erhoffen wir uns, die Zahl der Wildunfälle wieder zu senken“, so Trump. Dabei verweist er darauf, dass alle Wildunfälle auch „unverzüglich bei der Polizei gemeldet werden müssen“. Zu häufig werden verunfallte Tiere erst später zufällig entdeckt. Zusätzlich können Autofahrer Wildunfälle über die Tierfund-Kataster-App melden. Aus diesen Daten ermitteln Wissenschaftler der Universität Kiel dann deutschlandweit Wildunfall-Schwerpunkte. hib

Der Bund bezuschusst zwei Drohnen zur Kitzrettung

Aller-Zeitung, Mittwoch, 4. August 2021, von Ron Niebuhr

Übergabe in Vollbüttel: Die Kreisjägerschaft bräuchte mindestens zwei weitere fliegende Kameras
 
Vollbüttel
Jäger im Kreis Gifhorn spüren Rehkitze im hohen Gras auf, bevor das Grünland von Landwirten gemäht wird. Zwei neue Drohnen konnte man jetzt als Unterstützung anschaffen – dank Fördermitteln aus dem Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft. Staatssekretär Uwe Feiler kam extra aus Berlin zur Übergabe eines fliegenden Hightech-Helferleins nach Vollbüttel.
 
„Der Landkreis Gifhorn ist einer der größten, schönsten und artenreichsten in ganz Niedersachsen“, sagte Ernst-Dieter Meinecke. Der Vorsitzende der Jägerschaft Gifhorn und seine Mitstreiter möchten, dass es so bleibt. Daher waren sie hoch erfreut über die Fördermittel zum Kauf der Drohnen. Rund 7000 Euro kostet eine Drohne. 60 Prozent davon trägt der Bund, den Rest die Jägerschaft Gifhorn. Stationiert wird die jetzt übergebene Drohne in Vollbüttel.
 
Heinrich Wrede, Vorsitzender der örtlichen Jägerschaft, erklärte dazu: „Wir haben sehr viel Grünland bei uns.“ Und durch die Nähe zum Viehmoor auch viel Wild. Bisher habe man das Grünland mühsam zu Fuß nach Kitzen abgesucht, bevor Landwirte mit dem Mähen begannen. Das sei eine „sehr, sehr schwierige Aufgabe“ – übrigens trotz der Unterstützung durch Hunde, denn eine Witterung haben Rehkitze nicht.
 
Zuletzt konnte man dabei zum Glück auf die Hilfe von Jörg Blecker zählen. Der Lagesbütteler setzte eine Drohne ein, ähnlich wie das jetzt von der Jägerschaft Gifhorn angeschaffte Exemplar. „Mit seiner Hilfe haben wir 18 Kitze gefunden, ohne gerade einmal zwei“, verdeutlichte Wrede, wie wertvoll so ein fliegendes Auge fürs Aufspüren der jungen Wildtiere ist.
 
Apropos: „Die Kamera macht den Löwenanteil vom Kaufpreis aus. Die muss wirklich gut sein“, sagte Meinecke. Denn sie muss selbst bei wenig Licht und aus großer Höhe gestochen scharfe Bilder liefern, um die Kitze erspähen zu können. Die Drohne selbst koste vielleicht 800 Euro, dazu kämen noch ein paar Hundert Euro für ein Tablet zur Auswertung der übertragenen Videobilder und zur Festlegung des Suchrasters. Der große Rest entfalle auf die Kamera, sagte er.
 
Eigentlich sei es Aufgabe der Landwirte, das Grünland selbst vorm Mähen nach Kitzen abzusuchen. Sie rechtzeitig vom fahrenden Trecker aus zu entdecken, sei nämlich unmöglich. „Keine Chance. Dafür sind moderne Landmaschinen viel zu schnell und zu groß“, sagte Blecker. Das vorherige Absuchen jedoch ist für Landwirte allein kaum zu schaffen. Zumal man die Kitze nicht nur finden, sondern auch für die gesamte Mähdauer vom Grünland fernhalten muss.
 
Die Jägerschaft helfe den Landwirten dabei gern, versicherte Meinecke. Was das für die durch die Bank ehrenamtlich aktiven Jäger heißt, wusste Staatssekretär Uwe Feiler: „Richtig früh aufstehen, um schon vor der Arbeit Felder abzusuchen. Das kann man gar nicht hoch genug einschätzen“, lobte er. Insofern freue er sich, dass der Bundestag das vom Ministerium angeschobene Förderprogramm zum Kauf von Drohnen bewilligte und drei Millionen Euro bereitstellte. Die Resonanz der Jäger darauf sei super: „Wir haben 500 Anträge für 700 Drohnen erhalten“, berichtete Feiler. Zwei davon gehen in den Landkreis Gifhorn. Der bräuchte wegen der enormen Ausmaße – laut Landvolk Niedersachsen entfallen auf gut 156 000 Hektar Gesamtfläche knapp 14 000 Hektar Grünland – weitere Drohnen, meinte Meinecke. Allerdings durfte jeder Verein vorerst nur Fördermittel für bis zu zwei Drohnen beantragen. Bundestagsabgeordnete Ingrid Pahlmann machte sich bei Feiler für eine Ausnahme stark, denn bis zur Fusion gab es ja zwei Vereine im Kreis Gifhorn: die Jägerschaften Nord und Süd. Sollte der Fördertopf nicht ausgeschöpft werden, „würden wir gern Zuschüsse für zwei weitere Drohnen bekommen“, sagte sie. Feiler will prüfen, was machbar ist.
 

DJV-Forderungen zur Bundestagswahl

Der Deutsche Jagdverband (DJV) als Dachorganisation der Jäger hat eine Sonderseite zur bevorstehenden Bundestagswahl im September erstellt. Dort werden die Kernforderungen der Jägerschaft an die Politik formuliert und dargestellt. Neben dem Forderungspapier gibt es dort auch einen Wahlprüfstein zum herunterladen sowie zahlreiche Videos zu den einzelnen Themen. Im Zentrum stehen dabei die Bereiche

  • Jagdzeiten und Jagdmethoden
  • Wald und Wild
  • Bleifreie Jagdmunition
  • Streng geschützte Arten wie Wolf, Biber oder Kormoran
  • Afrikanische Schweinepest
  • WILD-Monitoring
  • Agrarpolitik
  • Jagdliche Sozialversicherung
  • Waffen
  • Wiedervernetzung

Die Dokumente und Videobeiträge finden Sie hier: https://www.jagdverband.de/bundestagswahl

31.07.2021, mr

 

Sammelbestellung Betonrohrfallen verteilt

Zahlreiche Jägerinnen und Jäger aus dem Kreis Gifhorn haben sich zu einer Sammelbestellung von Betonrohrfallen und Zubehör zusammen getan. Koordiniert wurde die Sammelbestellung von Marion Klopp, der Beautragten für Prädatorenmanagement im Kreis Gifhorn.

Heute wurden die Betonrohrfallen geliefert. Zwölf Stück der „Krefelder Fuchsfalle“ in den unterschiedlichen Ausführungen sowie Kastenfallen „Krefelder Waschbärfalle“, Abfangkörbe und Fallenmelder „Mink Police“ wurden mit einem großen LKW auf dem Rittergut in Ribbesbüttel abgeladen. Die Jäger sind anschließend mit PKW-Anhängern einzeln vorgefahren. Mit dem Gabelstapler auf Palette wurden dann die Fallen aufgeladen und in die Hegeringe und Reviere verteilt.

Die Anschaffung der Fallen wird vom Landkreis Gifhorn anteilig bezuschusst und so die Raubwildbejagung und die Bejagung der invasiven Arten Waschbär, Marderhund und Nutria gefördert. Durch die aktive Fallenjagd können die Jägerinnen und Jäger einen wertvollen Beitrag zum Naturschutz und zur Artenvielfalt beitragen. Auch Schäden in der Landwirtschaft wird vorgebeugt.

20.07.2021, mr

„Wild gehört auf die Speisekarte“

Isenhagener Kreisblatt, 17.07.2021

Gifhorn – Es war ein Versuch, die Kooperation zwischen der Regionalinitiative „Südheide genießen“, dem Gifhorner Dehoga-Kreisverband (Deutscher Hotel- und Gaststättenverband) und der Jägerschaft zu vertiefen und der Öffentlichkeit das Wildbret aus heimischen Wäldern näherzubringen. Der Genussabend in Scheune und Biergarten des Hotels Deutsches Haus wurde ein voller Erfolg.

Dannenbütteler Wildschinkenrosen an sonnengereiften Galia-Melonen als Vorspeise, Rehrückenspieße auf Zimtstange, Sauerkirsch-Chutney, mit Buchenrinde gebeizter Rehrücken, Wildschweinkeule in Rosmarin und Gin mariniert sowie hausgemachte Wildbratwurst an Preiselbeersenf vom Grill, als Dessert erfrischende Limettencreme mit Beeren der Saison – so weit ein Auszug aus der Speisekarte.

Unter den 70 Gästen konnte der Vorsitzende des Dehoga-Kreisverbandes, Armin Schega-Emmerich, auch den Schirmherrn der Regionalinitiative „Südheide genießen“, Landrat Dr. Andreas Ebel, den Vorsitzenden Joachim Banse, Geschäftsführerin Dr. Rebekka Schütte und den Vorsitzenden der Jägerschaft Gifhorn, Ernst-Dieter Meinecke, zusammen mit dem Parforcehorn-Bläsercorps Gifhorn unter Leitung von Günther Kaufmann begrüßen.

Schega-Emmerich erinnerte daran, dass die Idee zu dem Grillabend aus einem Gastro-Workshop entstanden war. „Die meisten Leute wissen gar nicht, dass sich Wildfleisch auch hervorragend zum Grillen eignet“, sagte Ernst-Dieter Meinecke. Dr. Rebekka Schütte, die auch für regionalen Produkte der Südheide warb, betonte, dass Wild absolut artgerecht in seiner natürlichen Umgebung aufwächst. Auch Landrat Dr. Andreas Ebel, selbst einer der Jäger unter den insgesamt 2000 Mitgliedern der Kreisjägerschaft Gifhorn, empfahl den Restaurants, sich in ihren Küchen mit Wildbret auseinanderzusetzen, und das zu allen Jahreszeiten. Da die Nachfrage groß war, planen Meinecke und Schega-Emmerich schon den nächsten Grillabend.

Der Dehoga-Vorsitzende empfahl seinen Kolleginnen und Kollegen im Landkreis, auch selbst einmal solche Abende zu veranstalten. sg

Die Kooperationspartner waren mit dem Grillabend sehr zufrieden und planen schon den nächste (v.l.): Armin Schega-Emmerich, Ernst-Dieter Meinecke, Dr. Rebekka Schütte, Landrat Dr. Andreas Ebel und Joachim Banse. Fotos (2): Glasow

Gifhorner genießen einen wilden Abend

Jägerschaft, Gastronomen und Vermarktungsgemeinschaft „Südheide genießen“ werben für Fleisch aus heimischen Wäldern:
 
Gifhorner Rundschau, 16.07.2021, Christian Franz, Gifhorn 
 
Werbung für heimisches Wildbret sollte das Barbecue in der Scheune des Deutschen Hauses werden. Die Idee von Landrat Andreas Ebel und Jägerchef Ernst-Dieter Meinecke setzte das Team um Hotelier Armin Schega-Emmerich am Mittwochabend aufs Leckerste um. Nur die Zielgruppe – Wild-Novizen – passte nicht ganz. In der geschlossenen Gesellschaft der 72 Gäste waren Kenner und Wild-Liebhaber praktisch unter sich – Genießer, die von den Vorzügen des gesunden Fleisches nicht erst überzeugt werden müssen.
 
Nachdem der Wildtag praktisch binnen eines Tages ausgebucht war, stehen die Zeichen also auf Wiederholung. Am Nachschub soll es nicht mangeln. „Es gibt genug in unseren Wäldern. Wir haben gesunde Bestände. Wildbret ist gutes und schmackhaftes Fleisch“, sagte Landrat Ebel als Schirmherr der Vermarktungsgemeinschaft Südheide, die regionale Produkte an die Kunden bringen soll. Genießerabende wie der Wildtag sind ganz in seinem Sinne. Zur Stärkung des regionalen Angebotes kann er sich eine Verbrauchermesse im Stile einer „kleinen grünen Woche“ vorstellen.
 
Die Jägerschaft stimmte die Schlemmerrunde erst einmal mit Signalen der Parforcehornbläsergruppe ein. Sie spielten ohne Noten. Die Komposition des Abends fand sich auf den Tischen: die Speisekarte. Vize-Küchenchef und Grillmeister Jan Bolle und Koch Tobias Gatz kredenzten Wildkräutersalat, Rote-Bete-Carpaccio und Wildschinkenrosen. Auf dem Gasgrill garten Rehrückenspieße auf einer Zimtstange, mit Buchenrinde gebeizter Rehrücken und hausgemachte Wildbratwurst an Preiselbeersenf. Auf dem Holzkohlegrill brieten marinierte Wildschweinkeulen nach einem 48-stündigen Bad in Gin und Rosmarin ihrer Vollendung entgegen.
 
Koch Bolle brach eine Lanze für Wild: „Es ist eine der besten Fleischsorten. Die Tiere leben draußen. Die Qualität ist am hochwertig-sten.“ Ein Rehrücken sei schwer zu toppen. Doch auch die Wildbratwurst aus privater Herstellung seines Vaters sei ein Gedicht, empfiehlt Bolle. „Klar, dass wir uns bei den Rezepten etwas Besonderes einfallen lassen.“
 
Geschäftsführerin Rebekka Schütte von der Vermarktungsgemeinschaft „Südheide genießen“ und Vorsitzender Joachim Banse betonten: „Noch regionaler als Wild aus der Region geht nicht.“ Also galt: Genuss ohne Reue.
 
Für Gastronom Armin Schega-Emmerich, der das Fleisch von Jägern aus dem Dannenbütteler Revier bezieht, ist das eine Bestätigung. Bei ihm setzen die Köche längst außerhalb solcher Events wie dem Wildtag Wildgerichte auf die Karte. „Oft wird bei Familienfeiern Wild gereicht. Aber wir forcieren auch das Angebot auf der Tageskarte.“ Viele Gastwirte in der Region hätten jahrzehntealte Kontakte zu Jägerfamilien. „Bei uns sind Jäger Stammgäste. Die melden sich, wenn sie ein Stück Wild anzubieten haben“, erzählt Schega-Emmerich.
 
Grillmeister Jan Bolle (links) und Koch Tobias Gatz garen das Wildbret auf einem Gasgrill und einem Holzkohlegrill.   
 

Kooperation präsentiert Wildspezialitäten vom Grill

Am 14. Juli im Biergarten des Deutschen Hauses Gifhorn:

Nach einem Video-Gastro-Workshop, der kürzlich in Zusammenarbeit zwischen der Regionalinitiative „Südheide genießen“ und dem DEHOGA-Kreisverband Gifhorn wurde die Anregung von Landrat Dr. Andreas Ebel aufgenommen, die Jägerschaft mit in das gemeinsame Vermarktungskonzept aufzunehmen. Der Vorsitzende der Jägerschaft Ernst-Dieter Meinecke zeigte sich sehr erfreut über die Idee und bot sogleich seine Zusammenarbeit an!

So findet nun am 14. Juli 2021 ab 17.30 Uhr für interessierte Gourmets ein Wild Barbecue Büffet im Biergarten des Hotels Deutsches Haus in Gifhorn statt, wo ausschließlich Wildfleisch aus heimischen Wäldern auf den Grill kommt. Wie der Vorsitzende der Jägerschaft hierzu mitteilt, haben auch die Jäger unter der Corona Pandemie gelitten und konnten das erlegte Wild nur schwer an den Verbraucher vermitteln. „Daher ist an diesem Abend der Fokus auf das Wildbrett gelegt, um den Gästen das gegrillte Fleisch schmackhaft zu machen. Dr. Rebekka Schütte, Geschäftsführerin der Regionalinitiative „Südheide genießen“ wies in diesem Zusammenhang auch auf das Tierwohl und die Nachhaltigkeit der Tiere aus den heimischen Wäldern hin. “Wild wächst absolut artgerecht in seiner natürlichen Umgebung auf und das direkt hier in unserer Region“, so die Geschäftsführerin. „Das soll durch diese Aktion auch im Bewusstsein des Verbrauchers geschärft werden“, so Meinecke, der rund 2000 Jäger im Landkreis vertritt.

Als besonderes Angebot wird um 17.30 Uhr auch eine Jagdhornbläsergruppe das Büffet eröffnen.

Für den Vorsitzenden des Dehoga-Kreisverbandes Gifhorn, Armin Schega-Emmerich, vom Deutschen Haus eine ganz besondere Herausforderung, denn die Küche hat hierzu ein schmackhaftes Büffet zusammengestellt. Für ihn ist es der Versuch, in Zusammenarbeit mit der Kreisjägerschaft, Wildgerichte auch im Umfeld seiner Dehoga-Mitglieder bekannter zu machen. „Wir haben uns über das Angebot der Jäger sehr gefreut und bitten alle Restaurants im Landkreis Gifhorn Wild in ihre Speisekarte aufzunehmen“, so der Dehoga-Kreisvorsitzende.

Anmeldungen nimmt das Hotel Deutsches Haus ab sofort telefonisch unter der Tel.-Nr 05371/8180 oder per Email unter info(0)deutsches-haus-gifhorn.de entgegen.

Landesjagdbericht 2019/2020 veröffentlicht

In der vergangenen Woche wurde der Landesjagdbericht 2019/2020 veröffentlicht. Diesen können Sie hier runterladen:

https://www.ljn.de/fileadmin/dateien/ljn.de/News/21_02_LJB_2019_2020_Web.pdf

Eine Druckversion kann von den Hegeringleitern bezogen werden.

Hier eine Kurzzusammenfassung zum Landesjagdbericht mit Fokus auf den Kreis Gifhorn:

Rotwild: Die Anzahl erlegter Stücke sinkt in Niedersachsen das 5. Jahr in Folge. GF hat einen Anteil mit über 400 Stück beigetragen und hat damit einen stabilen Rotwildbestand.

Damwild: Die Anzahl erlegter Stücke Damwild steigt nach mehreren Jahren Rückgang erstmals wieder. Gifhorn ist mit 275 Stücken beteiligt.

Muffelwild: Der Bestand an Muffelwild nimmt seit den 1990er Jahren in Niedersachsen ab, in den letzten 3 Jahren rapide. Im Kreis GF spielt Muffelwild keine wesentliche Rolle.

Rehwild ist in allen Revieren in Niedersachsen vertreten. Die Anzahl erlegter Stücke ist in den letzten Jahren im Mittel eher konstant. GF ist mit über 6000 Stück vertreten.

Schwarzwild: Nach einem Einbruch der Anzahl erlegter Stücke im Jahr 2018 setzt sich der Trend steigender Schwarzwildstrecken im Jahr 2019 fort. GF ist mit über 4000 Stück vertreten. Gegenüber dem Vorjahr bedeutet dies ein Anstieg niedersachsenweit von über 25%.

Feldhase: Der Bestand erholt sich etwas, nach einem mehrjährigen Abwärtstrend steigen die Anzahl erlegter Feldhasen in Niedersachsen erstmalig wieder. In GF wurden über 650 Stück erlegt.

Wildkaninchen: Der Bestand in Niedersachsen hat sich auf einem sehr niedrigen Niveau stabilisiert. In GF wurden 85 Stück erlegt.

Rebhuhn: Auf die Bejagung des Rebhuhns wird auf freiwilliger Basis in Niedersachsen verzichtet. In GF wurden weniger als 20 Stück erlegt, inkl. Fallwild/Unfallwild.

Fasan: Der Bestand in Niedersachsen ist stabil. GF hat ca. 100 erlegte Stücke beigetragen.

Fuchs: Mit 1900 erlegten Stücken hat GF einen guten Anteil der insgesamt 65t erlegten Füchse in Niedersachsen. Der Bestand ist auf einem hohen Niveau seit Jahren im Mittel konstant stabil.

Dachs: Die Anzahl erlegter Dachse wurde in den letzten 10 Jahren verdoppelt. GF kann im Vergleich zu den anderen Landkreisen mit über 570 Stück die höchste Dachsstrecke aufweisen und trägt damit über 5% zu den insgesamt knapp 10t erlegten Dachsen bei. Dies ist ein Anstieg von über 15% gegenüber dem Vorjahr.

Höckerschwan: Der Bestand ist seit Jahren unverändert stabil, GF trägt 25 Stück zu den insgesamt 285 erlegten Stücken in Niedersachsen bei.

Bläshuhn: 1 in GF, 94 in Niedersachsen

Gänse: Der Bestand sämtlicher Gänsearten ist stark steigend. Graugans, Kanadagans, Nilgans, Nonnengans, Bläsgans und Saatgans kommen im ganzen Gebiet Niedersachsens vor und verursachen teilweise zunehmend Fraß- und Kotschäden in der Landwirtschaft.

Marderhund: Die Neozoen-Art ist im Kreis GF stark vertreten. Mit über 400 Stück wurden im Kreisgebiet 10% der niedersächsischen Strecke erlegt. Der Bestand ist überproportional steigend.

Waschbär: Mit 700 erlegten Stück ist der Waschbär etabliert. Insgesamt 20t Stück in Niedersachsen bedeuten einen extremen Anstieg des Bestandes.

Nutria: Im Kreis GF wurden mit über 3600 Stück die meisten Nutria landesweit erlegt. Die Unterstützung der Bejagung durch den Landkreis Gifhorn zeigt hier seine Wirkung. So wurden kreisweit Fallen angeschafft und die Beschaffung anteilig gefördert. Auch die Teilnahme am Sachkundelehrgang Fangjagd wurde durch den Kreis bezuschusst und zusätzlich eine „Schwanzprämie“ für jedes erlegte Stück ausgezahlt. Insgesamt ist der Bestand in Niedersachsen steigend mit 40t erlegten Stück.

Zusammenfassung: Unserer Reviere und das urbane Umfeld bieten dem Raubwild und den invasiven Arten einen guten Lebensraum, während die heimischen Niederwild-Arten unsere besondere Aufmerksamkeit und Hege benötigen. Der Bestand der Schalenwildarten ist stabil, mit Ausnahme des Muffelwildes.

Die Wildtiererfassung wird bereits seit 30 Jahren durchgeführt. Die Ergebnisse sind europaweit als valide anerkannt und eine Unterstützung für die Argumente der Jäger. Die Datenerhebung durch die Jäger ist sehr wichtig – vielen Dank auch für Ihren individuellen Beitrag!

28.02.2021, mr

Finanzielle Förderung von Wildwarnreflektoren durch den Landkreis Gifhorn

Der Landkreis Gifhorn fördert ab sofort die Anbringung von Wildwarnreflektoren an besonders wildunfallgefährdeten Streckenabschnitten mit 3,00€ pro Reflektor. Als besonders wildunfallgefährdete Streckenabschnitte gelten dabei Bereiche mit mehr als 5 Wildunfällen pro Jahr und Straßenkilometer.

Die Vorgehensweise zur Beantragung der Fördermittel ist in einem Leitfaden beschrieben:

Leitfaden Wildwarnreflektoren

75€ Kostenerstattung für die Bergung von verunfalltem Wild auf Landes- und Bundestraßen

Nachdem sich die seit zwei Jahren im Jagdbezirk Dannenbüttel praktizierte Vorgehensweise zur Bergung und Entsorgung von verunfalltem Wild besonders nach Dienstschluß und an Wochenenden auf den Bundes- und Landesstraßen bewährt hat, wird diese nun auf alle Bundes- und Landesstraßen in der Verantwortung der Straßenmeistereien Vorsfelde und Ilsede ausgedehnt.

Die Jagdpächter bergen und entsorgen verunfallte Wildkörper, besonders nach Dienstschluss und an Wochenenden, sofern sie auf den Straßengrundstücken der Straßenmeistereien Vorsfelde und Ilsede liegen und stellen der Straßenmeisterei Vorsfelde bzw. der Straßenmeisterei Ilsede den vereinbarten Pauschalbetrag von 75 Euro für die Bergung und Entsorgung des Wildkörpers in Rechnung.

Die Regelung ist zunächst für das Jahr 2018 befristet. Wenn die Verfahrensweise seitens der Jagdpächter eingehalten wird, kann ab Januar 2019 dauerhaft so verfahren werden.

Ein Leitfaden zur Vorgehensweise sowie die zu benutzenden Rechnungsformular sind hier auf der Webseite unter Downloads zu finden!